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Kapitel 2 - Salzburg bis zum Bodensee

Tag 4

Salzburg - Lofer

Ein Jahr später, Anfang August. Viel war passiert im letzten Jahr. Waren wir bei unserer Tour im Vorjahr noch beide in einer Beziehung, so waren wir es dieses Jahr beide nicht mehr. Dafür verlief die Vorbereitung auf diese Tour besser als gedacht. So wurde eine Lauf-Challenge eingeführt, bei der wir jeden Monat ab April ca 100 km Laufen mussten, der (potenzielle) Verlierer zahlt dann am ersten Abend der Radtour das Abendessen mit Bierbegleitung. Letztlich gab es keinen Verlierer nur Gewinner, da wir in viel besserer Form waren als noch im Vorjahr.

Und sogar eine zweitägige Radtour hatten wir als Vorbereitung geplant. Einmal von Wien nach Mariazell und am nächsten Tag retour. Als wir jedoch an diesem Samstag-Abend in Mariazell ankamen und den dortigen, sektenartigen Kirchenumzug bei ein paar Bier bestaunten kam uns die Idee eine Krankmeldung an unseren Arbeitgeber (wir waren beim selben Arbeitgeber beschäftigt) zu schicken und einfach weiterzufahren, bis Klagenfurt am schönen Wörthersee. Gesagt getan und so kamen wir drei Tage später in Klagenfurt an, was wahrlich eine geile Radreise war. Blöd nur, dass es eine der heißesten Juni-Wochen seit Jahren war und wir anschließend beide braun gebrannt zurück aus dem „Krankenstand“ kamen. Und auch blöd, dass Lasse’s langjährige Freundin mit ihm direkt am Tag der Rückkehr die Beziehung beendete (nein, es war nicht wegen der spontanen Radtour).

Eine Menge Vorbereitung also, die ich innerhalb nur einer Woche komplett zu Nichte machte. Schlechte Planung war Schuld, dass ich genau die Woche vor der Radtour in Kroatien, am berüchtigten Zrce-Beach, dem Partyort an der Adria verbrachte. Natürlich war ich danach krank. Und so musste ich mich erstmal für den ersten Tag aus der Tour ausklinken und im Bett bleiben.

Dieses Jahr gab es noch eine Neuerung, ein Kollege von Lasse, Jonas ein weiterer Norddeutscher wollte mitkommen. Lasse, Geschäftsmann der er ist, verkaufte ihm gleich sein im Vorjahr erstandenes, viel zu kleines Rad und holte sich ein neues. So stiegen die beiden ohne mich in den Zug nach Salzburg und machten die erste von vier Tagesetappen alleine. Zum Glück war diese jedoch eine sehr kurze Etappe von ca 60 Kilometern. Und zum Glück ging es mir am nächsten Tag etwas besser und ich setzte mich in einen frühen Zug nach Salzburg.

User Gastreisender Jonas

Tag 5 

Lofer (Salzburg) - Fügen

Am Salzburger Hauptbahnhof angekommen ging mein Rennen los. Ich gegen die Norddeutschen, die einen Tag Vorsprung hatten. Gnädiger weise starteten sie nicht gleich in der Früh, was mir eine Chance gab sie einzuholen. Irgendwann am frühen Nachmittag war es dann soweit. In einem Dorf nahe der Grenze Salzburg-Tirol fand ich die beiden entspannt und ausgerastet unter einem Baum, beide ein Eis in der Hand. „Wo warst du denn so lange?“ kam als Frage von den beiden, während ihnen das Vanilleeis vom Kinn tropfte.

Bernhard im kleinen deutschen Eck

Nach kurzer Pause ging es weiter durch die Augusthitze Richtung Bregenz. Der restliche Tag verlief relativ unereignisslos, für mich allerdings ein sehr langer Tag Letzten Endes waren es glaub ich rund 170 km als wir endlich im Hotel ankamen.

Tag 6 

Fügen - Landeck

Von Fügen bis Landeck, sollte es am dritten Tag der Tour nach Bregenz gehen, also quasi einmal durch Tirol. Die Berge waren mittlerweile massiv und die Täler eng. Im Dreier Gespann ging es relativ flott dahin, wobei Jonas noch für unser Empfinden etwas zu entspannt unterwegs war. Ein Problem war nach wie vor die Routenplanung mittels Google Maps. Oft versuchten wir von der Hauptstraße wegzukommen, was uns des Öfteren auf irgendwelche Bergwege führte mit immensen Steigungen und schlechtem Untergrund. Nichtsdestotrotz war dieser Tag für mich der beste auf der diesjährigen Tour. Denn was noch kommen sollte am letzten Tag, war zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch verborgen.

Kurz bevor dem Desaster

Wir erreichten Landeck am frühen Abend, der Vorteil an Touren im August ist jedenfalls, dass es lange hell ist, und feierten sogleich mit ein paar „Landecker“ Bieren. Danach passierte mir leider ein Fehler, denn ich ein paar Stunden später bereuen würde. Ich bestellte mir das Cordon Bleu. Geschmacklich scheinbar so gut, dass ich es mir gleich zweimal durch den Kopf gehen ließ. Gefolgt von starkem Durchfall.

Tag 7 

Landeck - Bregenz

Dementsprechend geschwächt wachte ich am nächsten Morgen auf und konnte mir nicht mal ansatzweise vorstellen aufs Rad zu steigen. Dazu kam der Arlbergpass, der bisher mit Abstand höchste Pass auf unserer Tour. Beim Frühstück erreichte uns die Nachricht dass der Arlbergpass für Radfahrer auf der Tiroler Seite gesperrt sei, es aber einen Shuttleservice hinauf gibt. Normalerweise eine schlechte Nachricht an diesem Tag für mich aber Musik in meinen Ohren. Auch Jonas war ganz geil auf den Shuttleservice, da er als Norddeutscher denkt der Brocken im Hartz ist ein richtiger Brocken, also ein gewaltiger Berg. Nur Lasse war enttäuscht, denn er war in top Form dieses Jahr und wollte sich auf einem richtigen Berg einmal richtig beweisen.

Silvretta-Hochalpenstraße

Zum Glück für ihn, gibt es noch einen Pass von Tirol nach Vorarlberg, die Silvretta-Hochalpenstraße. Ein ordentlicher Umweg zwar, aber der Kollege war motiviert und wollte alleine losziehen. So trennten wir uns gleich von Anfang an und vereinbarten einen Treffpunkt für die letzten Kilometer nach Bregenz. Jonas und ich, noch immer extrem geschwächt von der Lebensmittelvergiftung starteten los. Jeder Kilometer war mein persönlicher Kampf, doch aufgeben wollte ich nicht. So schön die Landschaft auch war, Freude machte es keine. Nach ein paar Stunden, das meiste davon bergauf erreichten wir die Station, von wo die Shuttles uns auf die Passhöhe des Arlbergs bringen sollten. Für 10,- pro Person wurden die Räder in den Bus verladen und es ging los, mit uns auch ein paar andere Radler. Oben gab es dann zur Feier des Tages ein Eis und die Abfahrt machte dann sogar richtig Spaß.

Einige Kilometer später fanden wir dann auch Lasse wieder, der schon einiges an Kilometer und Höhenmetern in den Beinen und einiges an Keksen im Bauch hatte. Leider kam dann ein erneuter Einbruch meines Zustandes und ich schleppte mich mit vielen Pausen weiter vorwärts Richtung westlichsten Punkt des Landes. Und so kam es, was ich in der Früh noch für unmöglich gehalten hatte, wir erreichten Bregenz auf unseren Rädern.

Der Bodensee bei Sonnenuntergang

Das war ein unglaublicher Triumph, für jeden von uns, denn Jonas hatte seine erste lange Radtour hinter sich, Lasse seinen ersten Berg und ich hab mich nicht übergeben oder in die Radhosen geschissen. So ging dann sogar wieder ein Bier und ein paar Schnäpse, wobei man sagen muss dass das Nachtleben in Bregenz ungefähr so berühmt ist, wie die meisten „Promis“ im Djungelcamp.

Am nächsten Tag ging es mir natürlich wieder schlechter, was war zu erwarten. Die lange Zugfahrt nach Hause war eine Tortur. Lasse und Jonas versuchten in der Zwischenzeit bei zwei Mädels am Nebentisch ihr Glück, versagten aber letztlich beim Abschluss. Eines war jedoch klar, im nächsten Jahr würde es wieder eine Tour geben und diesmal im Ausland. Denn Österreich endet in Bregenz, auch wenn viele Österreicher das nicht hören wollen. Der Gedanke an Länder wie die Schweiz oder Italien ließen uns bereits das Wasser im Mund zusammen laufen, doch das musste gut geplant werden. Zum Glück hatten wir während der Arbeit immer wieder mal Zeit dafür und so konnten wir für 2016 etwas wahrlich großes auf die Beine stellen.

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